Ernährungsstil
28. Januar 2026

4 Einfache Tipps zur Planung der veganen Ernährung

Ein polarisierendes Thema, dem auch schon ein eigener Monat gewidmet («Veganuary»: ein veganer Monat) wird. So wurde ich Ende 2025 von einem Journalismus-Studenten (Noa Bühler) angefragt, ob ich ihm bei seiner Projektarbeit «einen Monat vegan» als Fachexpertin für Ernährung zur Verfügung stehen würde. Dies und ein nachfolgendes TV-Interview im Rondo Magazin von TV Südostschweiz veranlassten mich diesen Blogbeitrag zu schreiben.
TV Südostschweiz Rondo Magazin: Noa Bühler, Corinne Hardegger und Reto Möhr

Definitionen von vegetarisch bis vegan

Pflanzenbasierte Ernährung liegt im Trend. Doch nicht jede Form verzichtet komplett auf tierische Produkte. Hier eine kurze Übersicht der vegetarischen Ernährungsformen:
Ovo-Lacto-Vegetarier: Essen neben pflanzlichen Produkten auch Eier und Milchprodukte. Jedoch kein Fleisch und Fisch.
Lacto-Vegetarier: Verzichten auf Fleisch, Fisch, Eier und Eiprodukte, nicht aber auf Milchprodukte.
Ovo-Vegetarier: Verzichten auf Fleisch, Fisch und Milchprodukte, nicht aber auf Eier und Eiprodukte.
Pescetarier: Schliessen Fleisch aus, erlauben jedoch Fisch und alle anderen tierischen Lebensmittel.
Veganer: Ernähren sich ausschliesslich von pflanzlichen Produkten. Auch auf Honig wird verzichtet.
Die vegane Ernährung besteht somit ausschliesslich aus Obst, Gemüse, Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten.
Wenn man noch vor 15 Jahren Personen nach der veganen Ernährung gefragt hätte, wären noch unterschiedliche Antworten herausgekommen. Mittlerweile ist das Wissen als auch das Angebot nach veganen Alternativprodukten in den Supermärkten stark gestiegen. Waren es früher nur Reformhäuser, welche ein paar wenige vegane Würstchen und Sojajoghurt verkauften, sind es heute komplette vegane Regale in bekannten Supermarktketten.
Totaler Veganismus bedeutet, auf alle Produkte aus tierischem Material zu meiden. Nicht nur in der Ernährung, sondern auch in anderen Lebensbereichen wie Kleidung (kein Leder, Wolle, Federn oder Pelz) und Kosmetik (keine Tierversuche oder tierische Inhaltsstoffe). Dies geschieht meist aus ethischen Gründen, zum Schutz der Umwelt oder/und für die Gesundheit.

Omnivor oder vegan?

«Ist denn die vegane Ernährung gesünder als die omnivore (enthält tierische und pflanzliche Lebensmittel)?» ist eine Frage, welche mir schon öfters gestellt wurde. Mit einem klaren Ja oder Nein lässt sich dies nicht beantworten. Zu gross ist die Vielfältigkeit der omnivoren Ernährungsweise. Somit können beide Formen gesundheitsfördernd sein. Entscheidend ist die Qualität und Vielfalt der Lebensmittel.
Omnivor
Vegan
Lebensmittel
Omnivor
Umfasst die gesamte Nahrungsmittel-Palette inkl. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier.
Vegan
Ausschliesslich pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide.
Gesundheit
Omnivor
Einfachere Deckung des Nährstoffbedarfs, gilt als klassische Mischkost.
Vegan
Oft höherer Ballaststoffgehalt, assoziiert mit niedrigerem Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Kann ein Risiko für Mangelerscheinungen (z.B. Vitamin B12) bergen.
Umwelt & Ethik
Omnivor
Tierische Produkte sind integraler Bestandteil. Grosse Unterschiede bei Herstellung (Bio-Kreislauf vs. konventionell).
Vegan
Oft motiviert durch Tierschutz und Nachhaltigkeit, da Herstellung geringere Umweltbelastung verursacht.
Kosten
Omnivor
Fleisch/Fisch hat je nach Herkunftsland und Verarbeitung grosse Preisdifferenzen.
Vegan
Kann gegenüber hochwertigen tierischen Produkten (Bio-Fleisch) Kostenvorteile bieten.

Vegan starten: Worauf sollte man achten?

Muss es denn gleich vegan sein? Nein, muss es nicht. Die Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt für eine ausgewogene, gesunde Ernährung eine pflanzenbasierte Ernährung. Das bedeutet, dass der Teller zum grössten Teil mit Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchte und Getreide bestehen soll. Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte werden nicht ausgeschlossen.
Es gilt wie in so vielen Bereichen des Lebens: Das Mass ist entscheidend.
Wer sich nun das Ziel setzt einen Tag pro Woche, eine Woche im Monat oder einen Monat im Jahr vegan zu ernähren, kann sich und der Umwelt etwas gutes tun und kann das eigene Wissen über Lebensmittelkombinationen erweitern und das Essen wieder bewusster gestalten.

Vegan, die Umstellung: 4 Tipps

Am besten gelingt ein Umstieg in einzelnen Etappen.

1. Basis/Grundstock anschaffen

Leckere Rezepte mit Hülsenfrüchten, verschiedenen Getreideformen, Gemüse, Nüsse und Samen heraussuchen.
Food Scouting: Geh in den Supermarkt deines Vertrauens, nimm die Produkte unter die Lupe. Probieren, testen, probieren.
Den Lebensmittelvorrat mit einer Basis an bekannten, veganen Lebensmitteln einrichten und ein paar neuen Lebensmitteln ergänzen.

2. Nährstoffe sichern

Omega-3: Walnüsse oder Walnussöl, Leinsamen oder Leinöl, pflanzliches Algenöl
Eisen und Zink: Vollkorngetreide, Soja, div. Kerne und Nüsse
Calcium: calciumreiches Mineralwasser, grünes Gemüse, Sesam (Tahin), Mandeln
Jod: jodiertes Speisesalz
Vitamin B12: Supplementieren, mit B12 angereicherte Produkte

3. Blutwerte checken

Bei einer permanenten veganen Ernährung lohnen sich regelmässige Kontrollen, um Mängel frühzeitig zu erkennen (v.a. B12, Calcium). Bei einem temporären Wechsel können die Speicher ausreichen. Dort sollte eher auf die ausgewogene Verteilung der Makronährstoffe geachtet werden (Kohlenhydrate, Protein, Fett).

4. Alltag planen

Meal-Prepping, Restaurantwahl und einfache vegane Snacks (Nüsse, Früchte, Gemüsesticks, Reiswaffeln…) helfen, dranzubleiben.

Fazit

Vegan ist nicht automatisch die gesündeste, aber durchaus eine gesundheitsfördernde Ernährungsform. Vorausgesetzt, sie ist abwechslungsreich, bedarfsdeckend und gut geplant.
Ob omnivor, vegetarisch oder vegan: Entscheidend ist die Qualität der Lebensmittel, die Freude am Essen und das Bewusstsein für die eigene Gesundheit.
Wer seine Ernährung umstellen möchte, sollte das in kleinen Schritten tun. Das hört sich sehr langweilig an, doch ist es die langfristigste Investition, welche man einfach durchhalten kann: So könnte eine Umstellung in die vegane Ernährungsform mit einem einzigen Produkt starten: Anstelle von tierischer Milch, probiert man dessen Alternativen. Danach schaut man, wie man das Fleisch ersetzen kann. Gefolgt von verschiedenen Joghurtoptionen. Danach wird eine ganze Hauptmahlzeit in vegan umgewandelt. Dann folgt ein ganzer Tag pro Woche vegan, danach 1,5 Tage usw.
Fussnoten
1.
Noa Bühler: 30 Tage vegan – das Selbstexperiment
2.
TV Südostschweiz: Interview Corinne Hardegger und Noa Bühler mit Reto Möhr
3.
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)
4.
Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE)
C
Corinne Hardegger
Dipl. Ernährungstherapeutin
Corinne ist diplomierte Ernährungstherapeutin in Chur und Zürich. Sie begleitet Menschen auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen, genussvollen Ernährung.
Möchtest du deine Ernährung umstellen? Ich begleite dich gerne auf deinem Weg.
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