Food Freedom
23. Mai 2025
Food Freedom: Essen neu erleben und geniessen lernen
Vor kurzem sass ich in einer neu eröffneten Pizzeria in der Nähe meiner Wohnung. Es war ein sommerlich, warmer Tag, meine Laune war bestens und ich hatte so richtig Lust diese Pizza zu probieren. Neben der Bestelltheke stand ein Getränkekühlschrank mit den üblichen Süssgetränken im Angebot. Normalerweise interessiert mich diese Art von Getränken nicht. Doch da war er. Der San Benedetto Peach Eistee. DER Eistee, welcher mich mit jedem Schluck an Urlaub in Italien erinnert. Ich musste nicht eine Sekunde länger darüber nachdenken, ob ich ihn will oder nicht.
Da stand sie nun vor mir auf dem Tisch, während ich auf die Pizza wartete. Die Dose San Benedetto. Und plötzlich höre ich die innere Stimme in mir sagen: «Diese Dose enthält bestimmt mega viel Zucker.» und «Wenn ich dies nun trinke und danach die Pizza esse, wird mein Blutzucker bestimmt in die Höhe schiessen». und auch «Wie viel Kalorien nehme ich echt mit dieser einen Mahlzeit zu mir?».
Gedanken, welche du sie vielleicht auch schon gehabt oder sogar gesagt bekommen hast, wenn es um's Thema Essen geht. Für viele ist Essen vor allem eines: eine Kopfsache. Es wird gezählt, geplant, verboten, berechnet – es wird zu einer Checkliste. Der Genuss wird dabei zur Nebensache oder erhält eine ganz andere Definition.
Siehst du dich in diesen Aussagen wieder? Dann lies gerne weiter… Ich möchte dir erzählen, dass Essen noch so viel mehr ist als nur Kalorien, Makros und Vitamine.
Mein absoluter Lieblingseistee
Der Weg in die Food Freedom
Meine persönliche Reise zur sogenannten «Food Freedom» begann nicht an einem bestimmten Tag. Es war ein schleichender Prozess, ausgelöst durch die ständige Unzufriedenheit mit meinem Essverhalten und die Kontrolle darüber. Ich war gefangen in einem Kreislauf aus Regeln, schlechtem Gewissen und dem Gefühl, nicht «richtig» zu essen. Das Essen war für mich oft mit Stress verbunden – und das, obwohl ich eigentlich ein Genussmensch bin.
Essen hat einen physiologischen UND psychologischen Nährwert.
Heute weiss ich, dass Essen nicht nur einen physiologischen Nährwert hat. Es nährt uns auch psychisch. Natürlich brauchen wir Nährstoffe, um zu funktionieren. Aber Essen ist auch Kultur. Es verbindet. Es erinnert uns an Zuhause, an die Kindheit, an gemeinsame Abende mit Freunden oder an den Italien-Urlaub. Essen ist allgegenwärtig. Und das dürfen wir nicht unterschätzen. Wenn ich mit meinem Partner lache, während wir gemeinsam kochen, oder wenn ich mir an einem grauen Tag einen dampfenden Teller cremige Gnocchi gönne, dann nährt das meinen Geist.
Was bedeutet «Food Freedom» wirklich?
Für mich bedeutet Food Freedom, dass ich auf meinen Körper hören darf – und ihm vertrauen kann. Ich verstehe, wann ich körperlich hungrig bin und wann ich aus Emotionen esse. Dass ich weiss: beides ist okay. Freiheit heisst nicht, dass ich wahllos esse – es heisst, dass ich bewusst entscheide. Ohne Angst, ohne Zwang, ohne Beurteilung, ohne ständige Selbstoptimierung.
Es bedeutet, dass ich essen kann, ohne danach in Gedanken die Kalorien zu addieren. Dass ich mich nicht mit Schuldgefühlen quäle, wenn ich mal mehr esse oder ein Dessert geniesse. Es bedeutet, dass ich aufhöre, Essen als «gesund» oder «ungesund» zu kategorisieren – sondern es einfach als das sehe, was es ist: Nahrung, Genuss, Selbstfürsorge.
Die DACH Ernährungsverbände definieren Lebensmittel nicht als ungesund und gesund. Einzig Ernährungsformen (z.B.: mediterrane-, vegane-, vegetarische- usw. Ernährung) werden nach ihren gesundheitsfördernden Kriterien beurteilt und empfohlen.
Genuss statt Kontrolle
Der wichtigste Schritt auf meinem Weg zur Food Freedom war, die Kontrolle loszulassen. Das klingt leichter, als es ist. Aber ich habe begonnen, meinem Körper wieder zu vertrauen. Ich esse, wenn ich hungrig bin – und höre auf, wenn ich satt bin. Ich gönne mir meine Lieblingsspeisen, ohne sie als «Cheat» zu betrachten. Ich geniesse – und das ohne schlechtes Gewissen. Stattdessen frage ich mich: Was tut mir gerade gut? Worauf habe ich wirklich Lust?
Wie du Food Freedom für dich entdecken kannst
Die «Diätstimme» hinterfragen
Ich habe bemerkt, wie viel Raum diese Stimme in meinen Gedanken erhielt: «Das darfst du nicht», «Du warst heute nicht sportlich genug», «Du hast zu viel gegessen.». Diese Stimme ist nicht meine – sie wurde erlernt. Sie vorbeiziehen zu lassen ist eine Entscheidung, welche täglich neu gefällt werden muss.
Vertrauen und Hinhören
Dein Körper weiss, was er braucht. Du darfst ihm wieder vertrauen. Lerne, Hunger und Sättigung wieder wahrzunehmen. «Bin ich satt?», «Was brauche ich gerade wirklich?». Oft habe ich gemerkt, dass ich eigentlich nur eine Pause gebraucht hätte – keinen Snack. Das bedarf Übung, aber es lohnt sich.
Emotionen zulassen
Essen war für mich oft ein Ventil. Stress, Langeweile, Enttäuschung – all das habe ich «weggegessen». Heute schaue ich genauer hin: Was steckt dahinter? Und dann treffe ich eine bewusste Entscheidung. Manchmal merke ich es auch erst später. Und auch das ist in Ordnung. Denn, ich habe es wahrgenommen.
Genuss ist erlaubt
Es gibt keine «verbotenen» Lebensmittel. Alles ist erlaubt – in dem Mass, das einem guttut. Starte wieder wirklich zu geniessen. Lieblingsrezepte nachkochen. In Ruhe zu essen. Schöne Teller zu verwenden. Dir bewusst etwas Gutes tun.
Food Freedom ist kein Zustand, sondern eine Reise
Und ja, auch ich falle immer mal wieder in alte Muster zurück – regelmässig. Aber ich erkenne sie schneller. Ich bewerte oder verurteile mich nicht mehr dafür. Ich weiss, dass ich auf einem Weg bin – einem Weg hin zu mehr Vertrauen, mehr Verbindung mit mir selbst und mit meinem Körper.
Sobald der Moment und das Bewusstsein von Food Freedom erreicht ist, erhält das Essen wieder seinen neutralen Stellenwert. Dieses unbeschwerte Gefühl ist wahnsinnig schön. Die Gedanken sind frei für andere Projekte, Ideen und Vorhaben. Es bedeutet, wieder mit Freude zu essen, ohne dass das Thema Essen den ganzen Tag die Gedanken beherrscht.
Diese Freiheit wünsche ich jedem Menschen. Nicht, weil es «perfekt» ist. Sondern weil es sich echt und leicht anfühlt. Denn Essen ist so viel mehr als nur Nährwert. Es ist Lebensfreude.
Und als ich den ersten Schluck aus der Dose von San Benedetto trank, kamen die Erinnerungen und das Gefühl eines schönen Sommertages in Italien zurück, was sich wunderbar anfühlte und den ganzen Abend anhielt.
Liebe Grüsse
Deine Ernährungsberaterin mit Herzblut, Corinne
Mein Ansatz als Ernährungsberaterin
Als diplomierte Ernährungstherapeutin schaue ich über den Tellerrand meiner Kundinnen und Kunden hinaus. Wir alle wissen, welche Nährstoffe unser Körper braucht, aber nicht immer lässt sich dieses Wissen in unseren Alltag integrieren. Genau da setze ich an.
Ich sehe mir die Person an, ihren Alltag, das ganze Drumherum. Gemeinsam erarbeiten wir ein Konzept, wie wir die persönlichen Ziele mit einfachen Anpassungen erreichen können, ohne dass man sich an einen strikten Ernährungsplan halten muss.
Wir erschaffen eine nachhaltige Herangehensweise und keine kurzfristigen Crash-Diäten.
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Corinne Hardegger
Dipl. Ernährungstherapeutin
Corinne ist diplomierte Ernährungstherapeutin in Chur und Zürich. Sie begleitet Menschen auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen, genussvollen Ernährung.
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